Einstieg in die Humanernährung

Direktvermarktungsstrukturen und das fehlende Glied in der Kette geschlossen: die Aufbereitung!

Der Demobetrieb Gut Friedersdorf vermarktet direkt

Der Bioland zertifizierte Demobetrieb Gut Friedersdorf hat nach mehrjährigem Testanbau von Speisesoja und Kichererbsen einen Meilenstein erreicht: Seit 2023 können diese hochwertigen Produkte erstmals direkt für den Humanbereich vermarktet werden. Von Kofu bis Tempeh, von kleinen Biokantinen bis zur Direktvermarktung ab Hof – Gut Friedersdorf setzt dabei auf vielfältige Absatzkanäle und verkörpert hier die faszinierende Geschichte eines vielversprechenden Anfangs.

Strategische Umstrukturierung für Qualität und Regionalität

Unter der Leitung von Bernhardt von der Marwitz und Betriebsleiter Lukas Kersten arbeitet Gut Friedersdorf intensiv an der Umstrukturierung des landwirtschaftlichen Betriebs. Mit dem Fokus auf Regionalität, Direktvermarktung, Nachhaltigkeit und höchster Qualität soll die Vermarktung neu ausgerichtet werden. Ein zentrales Ziel ist es, über die gesamte Wertschöpfungskette zu blicken und die bestehenden Lücken in Brandenburg zu schließen.

Diversifizierte Vermarktungswege

Dank der Unterstützung von KIWERTa und LeguNet gelang es Gut Friedersdorf, seit 2023 verschiedene Vermarktungskanäle im Humanbereich aufzubauen. Seit 13 Jahren werden auf Gut Friedersdorf Sojabohnen angebaut, und erstmals konnten Proteingehalte von über 43 % erreicht werden, was die Vermarktung für die Tofuproduktion ermöglichte. Neben dem Verkauf an das Berliner Unternehmen "Teto Tofu" fand ein weiterer Teil der Sojabohnen seinen Weg zum Tempeh-Hersteller "Peaceful Delicious". 

Kichererbsen aus sandigen Standorten

Gut Friedersdorf baut seit drei Jahren Kichererbsen auf sandigen Standorten an. Trotz Herausforderungen konnte der Betrieb dank Unterstützung von KIWERTa und LeguNet verschiedene Vermarktungswege erschließen. Die Kichererbsen finden sich nun im Speiseplan der vegetarischen Kantine der Waldorfschule Mitte in Berlin sowie im bio-regionalen Restaurant "HAPPA" von Sophia Hoffmann. Darüber hinaus sind sie in Unverpacktläden in Berlin und Eberswalde sowie in einem betriebsnahen Biofachgeschäft erhältlich. Die 500-Gramm Packungen (siehe Bild) lassen sich auch im hofeigenen Museumsladen sowie im genossenschaftlichen Mitmach-Supermarkt SuperCoop Berlin eG erwerben.

Das fehlende Glied in der Wertschöpfungskette

Eine zentrale Veränderung für Gut Friedersdorf war der Übergang von der Vermarktung über den Handel zu Direktvermarktungszweigen. Um Speisequalität sicherzustellen, hat der Betrieb intensiv nach Lösungen gesucht, um Fremdkörper und inhomogene Hülsenfrüchte zu entfernen. Dies führt zu höheren Kosten und geringeren Erntemengen, jedoch liegt der Fokus auf der Sicherstellung von höchster Qualität. Bedauerlicherweise wurde festgestellt, dass in Brandenburg keine Spezialreinigungsanlagen für die vergleichsweise kleinen Mengen von Gut Friedersdorf in Bio-Qualität vorhanden sind.

Kooperation mit der Lerchenbergmühle

Im Frühjahr 2024 besuchte Gut Friedersdorf in Begleitung von LeguNet und KIWERTa die Lerchenbergmühle in Sachsen. Diese Mühle zeichnet sich durch ein breites Spektrum an Dienstleistungen aus, darunter auch eine Bioreinigungs- und Aufbereitungsanlage für Hülsenfrüchte. Hier entsteht eine neue Kooperationsbeziehung, die Gut Friedersdorf ermöglicht, das fehlende Glied in der Wertschöpfungskette zu schließen. Die Lerchenbergmühle bietet umfassende Möglichkeiten zur Reinigung, Trennung, Vermahlung und Veredelung von Hülsenfrüchten, was einen entscheidenden Beitrag zur regionalen Wertschöpfung darstellt. Spannend ist die breite kompetente Aufstellung des Lerchenbergmühle-Teams: 5 Gesellschafter:innen bringen ihre Expertise aus dem Müllerwesen, der Landwirtschaft, der Bäckerei sowie der IT-Technik von Farbauslesern mit.

Wir sind gespannt auf die weiteren Entwicklungen dieser vielversprechenden Kooperation.

Ansprechpartnerin KIWERTa:

Isabella Krause
Wertschöpfungskettenentwicklerin für Kichererbsen in Brandenburg
krause@  avoid-unrequested-mailsregionalwert-berlin.de

 

Ansprechpartnerin LeguNet:

Elisabeth Berlinghof
Regionalmanagerin Körnerleguminosen Berlin-Brandenburg
Elisabeth.berlinghof@  avoid-unrequested-mailszalf.de